Präventionskurse

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1. Das Marburger Konzentrationstraining …

… für Vorschulkinder

Am Ende der Kindergartenzeit sollte ein Kind so weit entwickelt sein, dass es den Anforderungen des Schulalltages gewachsen ist.

Hierzu gehört, dass es von seinem Verstand her die schulischen Lerninhalte begreifen und verstehen kann.
In der Wahrnehmung sollte es in der Lage sein, seine Fähigkeiten auszubauen und neue zu erwerben.
Es soll vorbereitet werden, Lesen Schreiben und Rechnen zu lernen.

Neben den geistigen gibt es weitere Voraussetzungen:
Eine entscheidende Rolle für die Schulfähigkeit spielt die sprachliche Entwicklung.

Das Kind muss Anweisungen verstehen, Erklärungen folgen und selbst Gedanken formulieren können.
Der Schulbesuch erfordert auch eine gewisse psychische und körperliche Belastbarkeit.

Das Schulkind sitzt im Vergleich zum Kindergartenkind viel länger still, es benötigt mehr Ausdauer und stellt sich auf neue Gegebenheiten und Informationen ein.

Es wird von ihm erwartet, dass es sich in einer relativ großen Gruppe gleichaltriger Kinder angemessen verhalten kann.
Es sollte genügend Selbstständigkeit entwickelt haben um Aufgaben allein zu bearbeiten.

Die meisten Kinder sind am Ende ihrer Kindergartenzeit gut auf die Schule vorbereitet und meistern den Übergang in die Schule.
Ebenso gelingt es den meisten Kindern, den Anforderungen der Schule gerecht zu werden und sich selbst dabei weiter zu entwickeln.

Die Fähigkeit sich konzentrieren zu können steht mit allen oben genannten Fähigkeiten im Zusammenhang.

Ein Kind zeigt Konzentrationsschwierigkeiten, wenn es ihm schwerfällt, seine Aufmerksamkeit der Situation entsprechend zu steuern.

Das bedeutet, sich einer Sache zuzuwenden, dabei zu bleiben und Unwichtiges auszublenden.

Je nach Alter des Kindes erwartet man eine entsprechende Ausdauer. Die Aufmerksamkeitsspanne – also wie lange das Kind seine Aufmerksamkeit bewusst steuern kann – wird normalerweise länger, je älter das Kind wird.

Ein Kind, das in der Schule Konzentrationsschwierigkeiten oder sogar eine schwerwiegende Aufmerksamkeitsstörung entwickelt, zeigt bereits im Vorschulalter Auffälligkeiten.

Obwohl Kinder im Kindergarten und in der Vorschule noch mehr Freiraum haben in ihren Beschäftigungen, gibt es einige typische Verhaltensweisen, die auf eine Aufmerksamkeitsstörung hindeuten können:

  • Das Kind wechselt schnell von einer Aktivität zur anderen
  • Das Kind scheint nicht zuzuhören
  • Das Kind hat Schwierigkeiten in seinem Gruppenverhalten
  • Das Kind kann nur schwer abwarten, bis es an der Reihe ist
  • Dem Kind fällt es schwer Regeln einzuhalten
  • Das Kind fordert viel Aufmerksamkeit durch die Erzieherin oder den Erzieher
  • Das Kind ist ungeschickt beim Basteln und Malen, aber körperlich sehr belastbar
  • Das Kind zeigt Defizite in seiner Wahrnehmungsentwicklung.

Aus der Konzentrationsproblematik entstehen über kurz oder lang Leistungsprobleme.

Aus Leistungsproblemen entwickeln sich häufig Verhaltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten oder psychische Störungen wie Ängste oder Einnässen.

Die Konzentrationsproblematik bleibt also nicht auf den Leistungsbereich beschränkt sondern wirkt sich auf das gesamte Leben des Kindes aus.

Die Beziehung zu den Eltern wird dadurch belastet, die Eltern-Kind-Interaktion ist in vielen Familien gestört.

Die Eltern versuchen zu helfen und lenkend einzugreifen.
Dem Kind, das als begabt gilt, werden Vorwürfe gemacht für seine schlechten Leistungen.

Das Kind entwickelt als Folge ein schwaches Selbstbewusstsein und ein geringes Selbstwertgefühl.

Es traut sich nichts mehr zu und strengt sich manchmal auch nicht mehr an.

Oft entsteht ein Teufelskreis, aus dem die Familie kaum ausbrechen kann.

Quelle:

Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht, Gita Krowatschek:
‚Marburger Konzentrationstraining für Kindergarten- und Vorschulkinder’,
borgmann media, 2004

Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht, Gita Krowatschek:
‚Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder’,
borgmann media, 2007

Dieter Krowatschek, Gita Krowatschek, Gordon Wingert:
‚Marburger Konzentrationstraining für Jugendliche’,
borgmann media, 2007

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