Präventionskurse

01

1. Das Marburger Konzentrationstraining…

… für Schulkinder

Je nach Alter des Kindes erwartet man eine entsprechende Ausdauer. Die Aufmerksamkeitsspanne – also wie lange das Kind seine Aufmerksamkeit bewusst steuern kann – wird normalerweise länger, je älter das Kind wird.

So beträgt sie beispielsweise im ersten Schuljahr etwa fünfzehn Minuten, während in der Klasse 5 bereits 25 Minuten erwartet werden.

Ein Kind hat Konzentrationsschwierigkeiten, wenn es ihm schwerfällt, seine Aufmerksamkeit der Situation entsprechend zu steuern, also:

  • sich einer Sache gezielt zuzuwenden
  • dabei zu bleiben
  • Unwichtiges auszublenden
  • die Aufgabe in angemessener Zeit zu bearbeiten

Es gibt zwei Gruppen von Kindern, die in der Schule besondere Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit haben und oft nicht die Leistungen zeigen, die sie von ihrer Intelligenz her erbringen könnten:

  1. unkonzentriert und unruhig

eine Gruppe von Kindern – meist sind es Jungen -  ist:

  • unaufmerksam, ablenkbar und wenig ausdauernd
  • motorisch unruhig und überaktiv (hyperaktiv) sowie
  • impulsiv und schwer steuerbar

in der Schule verhalten sich diese Kinder folgendermaßen:

    • sie sind außerordentlich impulsiv: Sie haben Schwierigkeiten abzuwarten, handeln, ohne nachzudenken und nehmen kaum Rücksicht auf andere
    • sie sind schwer zu kontrollieren und zu disziplinieren
    • sie haben einen ausgeprägten Rededrang
    • sie unterbrechen die Unterhaltung anderer und stören häufig
    • sie sind nicht in der Lage, Ablenkungen abzuwehren und Störreizen zu widerstehen
    • sie haben Schwierigkeiten, Regeln zu lernen und im Auge zu behalten.
    • sie bleiben nicht lange bei einer Aufgabenstellung, fangen immer wieder etwas Neues an und geben bei Fehlern frustriert auf.
    • sie bleiben nicht auf ihrem Platz sitzen und zappeln herum
    • trotz ihres oft einschüchternden Auftretens ist ihr Selbstwertgefühl sehr gering.

Bei einigen dieser Kinder wird ADHS diagnostiziert, eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung

2.  vorwiegend unkonzentriert:

Eine zweite Gruppe von Kindern ist vom Verhalten her in der Schule unauffällig, hat aber zum Teil massive Schwierigkeiten mit dem Lernstoff. In dieser Gruppe sind Jungen und Mädchen etwa gleich häufig vertreten.
Sie können ihre Lehrkräfte und Eltern zur Verzweiflung bringen, weil sie

  • ihre Arbeitsmaterialien nicht zusammenhalten können und oft nicht wissen, was die Aufgabe ist
  • träumen und nicht bei der Sache sind
  • sehr lange brauchen, bis sie mit einer Aufgabe anfangen
  • immer wieder ermahnt werden müssen, bei der Sache zu bleiben,
  • am Ende der Stunde in der Regel nicht fertig sind
  • Flüchtigkeitsfehler machen, die sie nicht korrigieren und
  • Gelerntes schon nach kurzer Zeit komplett vergessen haben

Bei einigen Kindern lautet die Diagnose oft ADS – Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom; ADS-Kinder haben – wie auch die ADHS –Kids große Schwierigkeiten bei selbständiger Arbeit, bei der Organisation der ihnen gestellten Aufgaben und ihrer Materialien; ihr Durchhaltevermögen erweist sich als gering.

Das Marburger Konzentrationstraining richtet sich an beide Gruppen von Kindern. Es versteht sich aber auch als ein Übungsprogramm, das grundsätzlich allen Kindern zugute kommt und daher problemlos auch in der Klasse durchgeführt werden kann.

Besonders profitieren von einem Konzentrationstraining die Kinder:

  • die sich leicht ablenken lassen
  • die noch nicht selbstständig arbeiten können
  • die sich wenig zutrauen
  • die sehr viel Zuwendung brauchen
  • die ein Defizit in einem oder mehreren Bereichen haben (Wahrnehmung, Sprache, Konzentration, Motorik, Leistungsmotivation…)
  • die Anzeichen einer Aufmerksamkeitsstörung (ADHS oder ADS) haben
  • die schlecht mit Misserfolg umgehen können
  • die schulmüde sind

Aus einer Aufmerksamkeitsproblematik entstehen über kurz oder lang Leistungsprobleme.

Aus Leistungsproblemen entwickeln sich häufig Verhaltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten oder psychische Störungen wie Ängste oder Vermeidungsverhalten.
Die Aufmerksamkeitsproblematik bleibt also nicht auf den Leistungsbereich beschränkt, sondern wirkt sich auf das gesamte Leben des Kindes aus.

Auch die Beziehung zu den Eltern wird dadurch belastet, die Eltern-Kind-interaktion ist in vielen Familien gestört.
Die Eltern versuchen zu helfen und lenkend einzugreifen, meist ohne Erfolg.

Viele Eltern und auch die Kinder selbst berichten voller Verzweiflung, dass das Kind zu Hause stundenlang gelernt und alles gekonnt habe, aber in der Klassenarbeit war dann alles wie ‚weggeblasen’.

Sind der Leistungsdruck und die Anspannung des Kindes zu groß, kommt es in der Prüfungssituation zu ‚Blackouts’: Das Kind ist dann nicht in der Lage Gelerntes einzubringen; es hat scheinbar alles vergessen.

Je früher man etwas gegen auftretende Probleme unternimmt, die sich abzeichnen, desto erfolgversprechender ist es.

Der Altersbereich, in dem Kinder mit dem Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder trainiert werden können erstreckt sich bis etwa elf, zwölf Jahre, also bis zum Einsetzen der Pubertät.

Ab diesem Alter greifen die Methodentrainings nicht mehr so gut; Jugendliche benötigen eine andere Motivation.
Sie profitieren eher davon, wenn sie Lerntechniken ermittelt bekommen, daher bieten wir speziell für diese Altersgruppe das Marburger Konzentrationstraining für Jugendliche an.

Ziele:

  • reflexiver Arbeitsstil statt impulsivem Vorgehen
  • Selbstständigkeit
  • Vernünftiger Umgang mit Fehlern
  • Verbesserung der Leistungsbereitschaft
  • Zutrauen in eigenes Können
  • Stärkung der Eltern
  • Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion

Quelle:

Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht, Gita Krowatschek:
‚Marburger Konzentrationstraining für Kindergarten- und Vorschulkinder’,
borgmann media, 2004

Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht, Gita Krowatschek:
‚Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder’,
borgmann media, 2007

Dieter Krowatschek, Gita Krowatschek, Gordon Wingert:
‚Marburger Konzentrationstraining für Jugendliche’,
borgmann media, 2007

Praxis für Ergotherapie

Inhaberin: Marion Ruhe

Kölner Strasse 552

47807 Krefeld

Telefon: 02151 - 361 3358
Telefax: 02151 - 361 3359

info@ergotherapie-ruhe.de

 

Therapiezentrum am Zoo

Inhaberin: Marion Ruhe

Uerdinger Str. 463 a

47800 Krefeld

Telefon: 02151 - 652 42 62
Telefax: 02151 - 652 42 63

info@therapiezentrum-ruhe.de

» Impressum

» Datenschutz

Facebook